Label: 7hard Records
VÖ: 15.02.2019
Stil: Symphonic Power Metal
FACEBOOKWWWMETAL ARCHIVESKAUFEN
Vermutlich im Trend liegend, genießen Female-Fronted Bands vor allem in Symphonic Metal Bereich im Moment besondere Aufmerksamkeit. Sind die Mädels doch überwiegend hübsch anzuschauen und auch gesanglich recht tough unterwegs. Das alleine darf über Wohl und Weh einer Band jedoch nicht entscheiden. Aber wenn man es schon auf diese Besonderheit begrenzt, so muss das Seziermesser auch pointierter zum Einsatz kommen.
Was mir an der TIGERSCLAW Produktion zu deren zweiten Longplayer „Force of Destiny“ allerdings von vornherein auf- bzw. missfällt, dass technisch gesehen alles sehr glatt, ohne Reize und zu sehr perfektionistisch recorded ist. Hier wird augenscheinlich um Gleichberechtigung gerungen. Wer darf, wer soll im Vordergrund stehen dürfen - Vocals oder Instrument? Das wirkt wenig harmonisch und eben nicht gleichberechtigt. Gerade deshalb fehlt den Songs der Spirit und das spürbare Zusammenwirken. Die Songs wurden sicher auf hohem musikalischen Niveau eingespielt und anschließend der Sopranistin Elena Minina quasi vorgelegt. So jetzt mach was draus! Und dass die Dame singen kann, daran besteht kein Zweifel, nur, ich lehne mich hier mal aus dem Fenster, Metal sollte man gesanglich nicht nur bedienen, man sollte ihn fühlen können. Das gelingt meiner Meinung nach hier leider nicht, das soll allerdings nicht als Vorwurf zu verstehen sein. Ich bin eigentlich andauernd hin und her gerissen, mich für oder gegen das eine oder andere entscheiden zu müssen. Das macht Musikhören für mich dann anstrengend.
Wie gesagt, musikalisch ist das für sich gesehen wirklich ansprechend und auch gesanglich bleibt da wenig bis gar kein Raum für Kritik, aber mir fehlt der rote zusammenhängende Faden. Hat Elena Minina im Songwriting aktiv mitgewirkt oder sich nur auf sich und ihre Vocals konzentriert? Fragen über Fragen. Je mehr ich mich der Sache zuwende merke ich, dass ich überbordend viel Energie in die Beantwortung von diversen Fragen investiere, als mich dem Erzeugnis an sich zu zuwenden. Eigentlich sollte ich jetzt abbrechen, irgendwie. Mach erst mal eine Pause…
Wieder zurück, aber da hat sich nicht viel geändert, leider. Deshalb sehe ich mich an dieser Stelle genötigt, das Fazit vorzuziehen. 15 Songs auf beinahe 1 ¼ Stunden verteilt, die alle rundweg dieselbe Sprache sprechen. Darunter leidet am Ende auch die Abwechslung. Das symphonische Moment lebt von den Vocals, die instrumentelle Musik ist durchdacht und tough dargeboten. Aber, und das ist für mich wesentlich, beides passt nicht zusammen. Elena Minina sollte sich eher dem Klassischen Gesang widmen und dort ihre Stärken ausspielen, diese sind ausgeprägt vorhanden. Musikalisch instrumentell würde TIGERSCLAW mit einem/r wie auch immer geartetem/n Metal-Sänger/in wahrscheinlich eine ganz andere, teils brettharte und groovige Geschichte präsentieren können. Eine Bewertung kann und will ich hier zusammenhängend nicht abgeben, das ist mir einfach nicht möglich.
Aber vielleicht seht ihr das ja komplett anders und könnt euch darauf einlassen, ich kann es leider nicht. Die Protagonisten mögen es mir bitte nachsehen, Sorry!
Anspieltipps: vermutlich viele, oder doch wenige?“
Keine Bewertung
Tracklist:
01. Force of Destiny
02. Walpurgis Night
03. Tigersclaw
04. Speed of Light
05. Empire of Forgotten Souls
06. Lightyears Away
07. Still of the Night
08. The Fallen Queen
09. Feel the Night
10. For Kingdoms Pride
11. Dimitte Me
12. Tears in the Night
13. Angels Don't Cry
14. Breath of the Dragon
15. Love at First Sight
Gesamtspielzeit: 01:13:09
Line-Up:
Ralf Neumann - Drums
Alexander Baier - Guitars, Bass, Keyboards
Elena Minina - Vocals































































































































